Es gibt nicht ein europäisches Mobilitätsprogramm, sondern mehrere — und sie richten sich an unterschiedliche Leute. Erasmus+ schickt Sie für ein Semester oder ein Praktikum weg und bringt Sie zurück. Erasmus Mundus ist etwas anderes: ein ganzer Master, gemeinsam von Hochschulen mehrerer Länder angeboten, mit einem eigenen Stipendium. Wer die beiden verwechselt, bewirbt sich am falschen Ort.
Die beiden Wege im Vergleich
| Erasmus+ Mobilität | Erasmus Mundus Joint Master | |
|---|---|---|
| Was es ist | Ein Aufenthalt während Ihres Studiums | Ein ganzes Master-Programm mehrerer Hochschulen |
| Dauer | 2 bis 12 Monate je Zyklus; kurz: 5 bis 30 Tage | Ein bis zwei Jahre, in mindestens zwei Ländern |
| Wo Sie sich bewerben | Beim International Office Ihrer Hochschule | Direkt beim Konsortium des Programms |
| Abschluss | Ihr Heimatabschluss, mit angerechneten ECTS | Ein gemeinsamer oder ein Doppelabschluss |
| Finanzierung | Monatlicher Zuschuss, Aufschläge möglich | Vollstipendium: Teilnahmekosten, Reise, Unterhalt |
Das Wichtigste
- Erasmus+ läuft immer über Ihre Heimathochschule. Sie braucht die Erasmus-Charta und ein Abkommen mit der Zielhochschule; ihr International Office wählt aus und nominiert. Es gibt keine Bewerbung bei der Kommission.
- Der Studienaufenthalt dauert 2 bis 12 Monate je Zyklus — die oft zitierten «3 bis 12 Monate» sind überholt. Praktika sind schon ab dem ersten Studienjahr und bis zwölf Monate nach dem Abschluss möglich, wenn der Antrag vor dem Abschluss gestellt wird.
- Erasmus Mundus ist seit 2014 Teil von Erasmus+, hat aber ein eigenes Bewerbungsverfahren: Sie bewerben sich beim Konsortium des jeweiligen Masters, das Hochschulen aus mehreren Ländern zusammenfasst. Die Fristen liegen meist im Winter für den Studienbeginn im Herbst.
- Beides ist mit nationalen und regionalen Beihilfen kumulierbar — DFJW, Mobilitätshilfen der Region Grand Est, luxemburgische AideFi. Jede Stelle will aber wissen, was Sie sonst erhalten.
- Nicht jede Mobilität ist ein Programm. Sie können sich auch ohne Programm im Nachbarland einschreiben — dann entscheidet die Zielhochschule über die Anrechnung, und die automatische Anerkennung von Erasmus+ greift nicht.
Und was es sonst noch gibt
- DAAD — Stipendien und Datenbanken für Aufenthalte in und aus Deutschland, auch außerhalb von Erasmus+.
- DFJW / OFAJ — die deutsch-französische Schiene, besonders passend für Grand Est, Saarland und Rheinland-Pfalz.
- Eurodyssée — Praktika über die Versammlung der Regionen Europas; prüfen Sie zuerst, ob Ihre Region teilnimmt.
- V.I.E. — ein bezahlter Auslandseinsatz nach dem Abschluss, kein Studienprogramm.
- Grenzüberschreitende Studiengänge der Universität der Großregion — keine Mobilität im Nachhinein, sondern von Anfang an eingebaut.
Häufige Fragen
Kann ich Erasmus+ und Erasmus Mundus beide nutzen?
Bekomme ich bei Erasmus Mundus automatisch ein Stipendium?
Was ist mit dem Vereinigten Königreich?
Die Anlaufstellen
- erasmus-plus.ec.europa.euErasmus+ und der Erasmus Mundus-Katalog
- daad.deStipendien- und Studiengangdatenbanken
- dfjw.orgDeutsch-Französisches Jugendwerk
- uni-gr.euUniversität der Großregion: grenzüberschreitende Studiengänge
Weiter zum Thema
- Erasmus+ für StudierendeDauer, Formen, interne Fristen
- Mobilität finanzierenErasmus+, DFJW, Grand Est, AideFi, V.I.E.
- Bewerbung im AuslandVier Länder, vier Systeme, vier Kalender