Es gibt keine europäische Bewerbung. Jedes Land hat seinen eigenen Weg in die Hochschule, und die Unterschiede sind größer, als man denkt: eine nationale Plattform mit Märzfrist in Frankreich, zwei getrennte Schienen in Deutschland, direkte Bewerbung mit Quoten in Belgien, gar keine Plattform in Luxemburg. Der erste Schritt ist also nicht die Bewerbung, sondern die Frage, welches System für Sie gilt.
Die vier Wege in der Großregion
| Land | Wo Sie sich bewerben | Die kritische Frist |
|---|---|---|
| Frankreich | Parcoursup, national — für den Master über Mon Master | Wünsche bis Mitte März |
| Deutschland | hochschulstart.de für Medizin, Zahn-, Tier- und Pharmazie; sonst uni-assist oder die Hochschule | 15. Juli — und früher für ältere Abiturjahrgänge und viele Master |
| Belgien | Direkt bei der Hochschule — Quotenfächer über ein zentrales Formular | Ende März für Quotenfächer, 15. Juli für die Äquivalenz |
| Luxemburg | Direkt beim Studienprogramm, keine Plattform | Je Programm unterschiedlich |
Die fünf Grundsätze
- Die Frist gehört dem System, nicht der Hochschule. In Frankreich entscheidet der nationale Kalender, in Deutschland teils die Hochschule, in Luxemburg das einzelne Programm. Suchen Sie die Frist dort, wo sie gesetzt wird.
- Die wichtigsten Fristen liegen vor Ihren Prüfungsergebnissen. Parcoursup schließt im März, die belgische Äquivalenz im Juli, das belgische Quotenformular Ende März — alle vor dem Abschlusszeugnis. Bewerben Sie sich mit dem, was Sie haben, und reichen Sie nach.
- Der Sprachnachweis ist eine eigene Bedingung. Er wird nicht durch gute Noten oder ein anerkanntes Zeugnis ersetzt. Planen Sie Prüfungstermin und Ergebnis ein — beides braucht Wochen.
- Ihr Zeugnis muss oft vorher eingeordnet werden. In Belgien durch eine Äquivalenzentscheidung, in Deutschland durch die anabin-Einstufung oder eine VPD, in Luxemburg durch die Anerkennung des Sekundarabschlusses. In Frankreich in der Regel nicht.
- Bewerbung, Zulassung und Einschreibung sind drei Schritte. Zwischen der Zulassung und der Immatrikulation liegen häufig eigene Fristen, Zahlungen und persönliche Termine — besonders in Deutschland und Belgien.
Ihre Unterlagen — der gemeinsame Kern
- Abschlusszeugnis und Notenspiegel der letzten Schuljahre, in beglaubigter Kopie.
- Übersetzungen durch einen beeidigten Übersetzer, wo die Zielsprache es verlangt — für Belgien bei deutschen Zeugnissen der Regelfall.
- Sprachzertifikat je Unterrichtssprache, mit dem im Programm geforderten Niveau.
- Motivationsschreiben und Lebenslauf, bei auswahlbasierten Studiengängen und Mastern fast immer.
- Bei einem Wechsel aus einem laufenden Studium: Modulbeschreibungen mit Inhalten und Stundenumfang — nicht nur Titel.
Häufige Fragen
Kann ich mich in mehreren Ländern gleichzeitig bewerben?
Brauche ich überall eine Anerkennung meines Zeugnisses?
Wann sollte ich anfangen?
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