Sie besitzen einen befristeten Arbeitsvertrag (CDD)
Form des Arbeitsvertrages
Ihr Arbeitsvertrag bedarf in jedem Fall der Schriftform und wird in zweifacher Ausfertigung unterschrieben, von denen eine Ihnen ausgehändigt wird.
Dieser Arbeitsvertrag muss Ihnen spätestens 2 Tage nach Ihrer Einstellung ausgehändigt werden. Ist dies nicht der Fall, kann er in einen unbefristeten Arbeitsvertrag umgewandelt werden.
Die zwingenden Pflichtangaben im befristeten Arbeitsvertrag (CDD)
Ihr befristeter Arbeitsvertrag muss zwingend folgende Angaben enthalten:
- den genauen Grund, weshalb der befristete Arbeitsvertrag geschlossen wurde
- falls es sich um eine Vertretung eines Arbeitnehmers handelt: den Namen und die Qualifikationen des zu vertretenden Arbeitnehmers
- die Bezeichnung des Arbeitsplatzes
- die Höhe des Arbeitsentgelts und die Höhe der Entgeltbestandteile
- das Vertragsende und die Mindestlaufzeit
- gegebenenfalls die Dauer der Probezeit
- eine Verlängerungsklausel für den Fall, dass dies vorgesehen und vertraglich vereinbart ist
- die Bezeichnung des für Sie anwendbaren Tarifsvertrages
- den Namen und die Adresse der Zusatzkasse
Die Gründe für den Abschluss eines befristeten Arbeitsvertrags (CDD)
Ein befristeter Arbeitsvertrag kann nur aufgrund eines Grundes der folgendenden Liste an Gründen geschlossen werden:
Als Ersatz für einen ausgefallenen Arbeitnehmer
- die Ersetzung eines vorübergehend abwesenden Arbeitnehmers. Beispiele: Krankheit, Urlaub usw. Achtung: Streik kann kein gültiger Grund sein.
- Ersatz für einen Arbeitnehmer, der vorübergehend in Teilzeit beschäftigt ist
- Ersatz für einen Arbeitnehmer, der einen unbefristeten Arbeitsvertrag erhalten hat und auf den Beginn seines Arbeitsvertrages wartet,
- Ersatz für bestimmte Personen mit Verantwortung im Unternehmen
- Bei endgültigem Ausscheiden eines Arbeitnehmers vor dem Abbau seines Arbeitsplatzes
Vorübergehender Anstieg der Geschäftstätigkeit
Es handelt sich insbesondere um:
- einen vorübergehenden Anstieg der Tätigkeit,
- die Ausführung einer genau bestimmten, zeitlich befristeten und nicht dauerhaften Aufgabe,
- die Durchführung dringender Arbeiten aus Gründen der Sicherheit,
- den Fall eines außergewöhnlichen Exportauftrags.
Achtung: Ein befristeter Arbeitsvertrag (CDD) darf grundsätzlich nicht aus diesem Grund abgeschlossen werden, wenn der Betrieb innerhalb der letzten sechs Monate eine betriebsbedingte Kündigung für die betreffenden Arbeitsplätze vorgenommen hat.
Saisonbeschäftigung und üblicher Einsatz befristeter Arbeitsverträge in Branchen mit vorübergehender Tätigkeit
Der saisonale befristete Arbeitsvertrag (CDD) ist für Beschäftigungen vorgesehen, deren Aufgaben sich jedes Jahr nach einem festen Rhythmus wiederholen, insbesondere in der Landwirtschaft, der Agrar- und Ernährungsindustrie sowie im Tourismus.
Darüber hinaus ist es bei bestimmten, ihrer Natur nach vorübergehenden Tätigkeiten ständige Praxis, keine unbefristeten Arbeitsverträge abzuschließen.
Im Rahmen der Beschäftigungspolitik oder zur Ergänzung der beruflichen Ausbildung
Befristete Arbeitsverträge im Rahmen der Beschäftigungspolitik, der beruflichen Ausbildung oder der Forschung unterliegen besonderen Regelungen und sollen die berufliche Neuorientierung, Ausbildung und Eingliederung fördern; bei Nichteinhaltung dieser Regeln besteht das Risiko einer Umqualifizierung in einen unbefristeten Arbeitsvertrag (CDI).
Besondere befristete Arbeitsverträge
Der Abschluss eines befristeten Arbeitsvertrags ist außerdem im Rahmen spezieller Vertragsformen möglich, wie etwa:
- dem Eingliederungs-CDD (CDDI), der in einer Einrichtung zur beruflichen Eingliederung durch wirtschaftliche Tätigkeit (IAE) abgeschlossen wird,
- Ausbildungs- und Qualifizierungsverträgen (Berufsqualifizierungs- und Ausbildungsverträge),
- dem zweckgebundenen befristeten Arbeitsvertrag (CDD à objet défini),
- dem Senioren-CDD,
- dem Weinlesevertrag.
Ihr befristeter Arbeitsvertrag muss zwingend auf einen dieser Gründe Bezug nehmen. Wird der CDD zu einem anderen Zweck eingesetzt, kann er in einen unbefristeten Arbeitsvertrag (CDI) umqualifiziert werden.
Probezeit
Ihr befristeter Arbeitsvertrag kann eine Probezeit vorsehen.
Die Dauer der Probezeit errechnet sich wie folgt:
| befristetes Arbeitsverhältnis | Berechnung der Probezeit |
| Befristung < 6 Monate oder mit ursprünglich vorgesehener Mindestlaufzeit < 6 Monate | 1 Tag pro Woche aber höchstens 2 Wochen |
| Befristung > 6 Monate oder mit ursprünglich vorgesehener Mindestlaufzeit > 6 Monate | maximal 1 Monat |
Wenn er den Vertrag während der Probezeit beenden will, muss der Arbeitgeber, eine Kündigungsfrist von 24 Stunden für weniger als 8 Tage Anwesenheit, von 48 Stunden für mehr als 8 Tage Anwesenheit einhalten, von 2 Wochen für ein Monat Anwesenheit und von einem Monat für mehr als 3 Monate Anwesenheit.
Dauer des besfristeten Arbeitsvertrages
Der Arbeitsvertrag endet zum darin vorgesehenen Zeitpunkt oder Ereignis. Die Dauer eines befristeten Arbeitsvertrags darf grundsätzlich – einschließlich der Verlängerung – nicht länger als 18 Monate pro Arbeitnehmer betragen.
Verlängerunf des befristeten Arbeitsvertrages
Der Arbeitsvertrag kann nur zweimal für eine Gesamtdauer von grundsätzlich höchstens 18 Monaten und ausschließlich bei einem Arbeitsvertrag, dessen Laufzeit genau bei Vertragsabschluss festgelegt wurde, verlängert werden.
Ein befristeter Arbeitsvertrag kann nur verlängert werden, wenn dies im ursprünglichen Vertrag oder in einem Anhang zum Vertrag, der Ihnen vor dem ursprünglichen Vertragsende ausgehändigt wurde, vorgesehen ist.
Aufeinanderfolgende befristete Arbeitsverträge (Aneinanderreihung von CDD)
Ihr Arbeitgeber kann nach Ablauf des befristeten Arbeitsvertrags für den gleichen Arbeitsplatz und für einen Zeitraum von einem Drittel der Dauer Ihres befristeten Arbeitsvertrages keinen weiteren befristeten Arbeitsvertrag abschließen oder einen Zeitarbeitnehmer einstellen.
Nach Ablauf Ihres befristeten Arbeitsvertrages können Sie und Ihr Arbeitgeber einen neuen befristeten Arbeitsvertrag abschließen, allerdings nur an einem anderen Arbeitsplatz und nachdem eine gewisse Zeitspanne vergangen ist.
Wurde Ihr Arbeitsvertrag jedoch zur Vertretung eines aus Krankheitsgründen ausgefallenden Arbeitnehmers geschlossen, können aufeinanderfolgende befristete Arbeitsverträge mit dem gleichen Arbeitnehmer geschlossen werden, auch wenn diese Arbeitsverträge genau befristet sind und ihre Gesamtlaufzeit mehr als 18 Monate beträgt.
Auflösung und Ende des Arbeitsvertrages
Der Arbeitsvertrag endet rechtmäßig mit Eintreten der im Vertrag genannten Frist. Zusätzlich zu einer Urlaubsentschädigung haben Sie normalerweise Anspruch auf eine “Präkaritätsabfindung”, wenn Ihr Arbeitgeber Ihnen nach Ablauf des befristeten Arbeitsvertrags keinen unbefristeten Arbeitsvertrag anbietet. Die Höhe der Abfindung liegt bei 10% ihres Gesamtbruttoentgelts, das Sie während ihres befristeten Arbeitsvertrages bezogen haben. Sie muss Ihnen gleichzeitig mit Ihrem letzten Gehalt gezahlt werden.
Der Arbeitsvertrag kann weder vom Arbeitgeber noch vom Arbeitnehmer vorzeitig beendet werden, es sei denn, es liegen schwerwiegende Gründe vor. In diesem Fall tritt die Kündigung unmittelbar (ohne Kündigungsfrist) in Kraft und Sie haben keinen Anspruch auf eine Abfindung wegen Vertragsbeendigung. Nur die Urlaubsentschädigung steht Ihnen zu.
Ihr befristeter Arbeitsvertrag kann aufgelöst werden, wenn der Grund für die Auflösung in der Übernahme in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis in einem anderen Unternehmen liegt.
Der Senioren-CDD im Agrarsektor
Es handelt sich hierbei um eine Schwerpunktmaßnahme für ältere Arbeitnehmer(innen), deren Bedingungen im Dekret vom 28. August 2006 näher erläutert sind. Der befristete Arbeitsvertrag soll die Rückkehr zur Beschäftigung für ältere Arbeitnehmer(innen) erleichtern und ihnen zusätzlich Ansprüche für die Erlangung der Altersrente ermöglichen.
Anspruchsberechtigte
Dieser CDD ist den Arbeitsuchenden vorbehalten, die nachweisen können, dass ihnen mindestens 8 Beitragsquartale (aller Systeme zusammen) fehlen, um eine Altersrente mit voller Leistung zu erhalten.
Dauer
Die Höchstdauer dieses Vertrags beträgt 24 Monate (also 2 Jahre) und ist nicht verlängerbar.
Am Ende des Vertrags muss den betroffenen Arbeitnehmern eine Vertragsabschlussentschädigung in Höhe von 10 % des gesamten Bruttogehalts gezahlt werden.
Eine besondere Form des befristeten Arbeitsvertrages
Anspruchsberechtigte
„CDD à objet défini“ oder „CDD de mission“ (= ein an einen bestimmten Vertragsgegenstand gebundener befristeter Arbeitsvertrag). Unternehmen können nur dann auf diese Vertragsform zurückgreifen, wenn eine erweiterte Branchenvereinbarung oder eine Betriebsvereinbarung abgeschlossen wurde.
Dauer
Diese neue Vertragsform, die zwischen 18 und 36 Monaten dauern kann und die mit Erfüllung der festgelegten Aufgabe nach einer vorherigen Ankündigungsfrist von mindestens 2 Monaten endet, kann gewählt werden, um Ingenieure oder leitende Angestellte (im Sinne der Tarifvereinbarungen) einzustellen. Der Vertrag ist nicht verlängerbar.
Der Vertrag kann vor Ablauf vom Arbeitnehmer oder vom Arbeitgeber aus tatsächlichem und ernstem Grund nach 18 Monaten oder am Jahrestag seines Abschlusses aufgelöst werden. Der Arbeitnehmer hat Anspruch auf eine Abfindung in Höhe von 10 % seines Gesamtbruttoentgelts, wenn der Arbeitgeber den Vertrag kündigt oder wenn der Vertrag nach Ablauf nicht durch einen unbefristeten Arbeitsvertrag ersetzt wird.