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Neuerungen 2026 in der Schweiz für Grenzgänger

21/01/2026
Alice Raguccia

Das Jahr 2026 bringt mehrere Änderungen des schweizerischen Rechtsrahmens in den Bereichen Arbeitsrecht, Steuern und soziale Sicherheit mit sich, die konkrete Auswirkungen für Grenzgänger haben. Die Fortführung der Regeln für das franco-schweizerische Homeoffice, die Anpassung bestimmter kantonaler Mindestlöhne, kantonale Steueranpassungen und Änderungen bei Sozialleistungen gehören zu den wichtigsten Maßnahmen, die am 1. Januar in Kraft treten. Dieser Artikel gibt einen Überblick über diese Neuerungen.

ARBEITSRECHT

Überprüfung der kantonalen Mindestlöhne

Ab dem 1. Januar 2026 indexieren mehrere Grenzkantone ihren Mindestlohn an die Lebenshaltungskosten. In Genf beträgt der Stundenmindestlohn nun 24,59 CHF gegenüber 24,48 CHF im Vorjahr. Der Kanton Neuenburg folgt einem ähnlichen Kurs mit einem Satz von 21,35 CHF pro Stunde, während der Jura einen Betrag von 21,40 CHF beibehält. Diese Anpassungen sichern die Kaufkraft der Beschäftigten, die Mindestlohnstellen oder Positionen in Branchen ohne Gesamtarbeitsvertrag (GAV) innehaben.

STEUERN

Nachtrag Homeoffice FR-CH

Der Nachtrag zum französisch-schweizerischen Steuerabkommen, unterzeichnet am 25. Juli 2025, gilt ab dem 1. Januar 2026.

Einerseits sichert dieser Nachtrag die seit dem 1. Januar 2023 geltenden Regeln. Er bestätigt, dass ein in Frankreich wohnhafter Grenzgänger bis zu 40 % seiner jährlichen Arbeit im Homeoffice ausüben kann, ohne dass dies das Schweizer Besteuerungsrecht beeinträchtigt. Dieser Schwellenwert umfasst zehn Tage temporärer Auslandseinsätze. Bei Überschreiten dieser Grenze wird das Besteuerungsrecht für die Homeoffice-Tage nach Frankreich übertragen.

Andererseits führt der Nachtrag einen automatischen Austausch von Lohndaten zwischen den französischen und schweizerischen Steuerbehörden ein, um die Wirksamkeit des Systems sicherzustellen.
Die betreffenden Behörden werden die Informationen über die betroffenen Arbeitnehmer elektronisch und spätestens bis zum 30. November des Jahres nach der Auszahlung der Gehälter austauschen, einschließlich Kontaktdaten, Bruttoeinkommen und Anzahl der geleisteten Homeoffice-Tage.
Es wird darauf hingewiesen, dass die erste Übermittlung im Jahr 2027 für die im Jahr 2026 ausgeübte Tätigkeit erfolgen wird.

Hinweis: Der genannte steuerliche Homeoffice-Grenzwert (40 %) darf nicht mit den Regeln der sozialen Sicherheit verwechselt werden, die einer anderen Logik folgen. Ein Arbeitnehmer kann bis zu 49,9 % seiner Arbeitszeit oder seines Einkommens für einen im Ausland ansässigen Arbeitgeber im Homeoffice arbeiten, ohne Gefahr zu laufen, in die Sozialversicherung seines Wohnsitzlandes zu wechseln.

Übernahme der Kilometerkosten

Ab dem 1. Januar 2026 erhöht sich der Ansatz für die Erstattung der Kilometerkosten von 0,70 Rappen auf 0,75 Rappen.

Steuertarife im Kanton Genf

Seit dem 1. Januar 2026 gilt für Arbeitnehmer, die im Kanton Genf beschäftigt sind, ein neuer Steuertarif. Zur Erinnerung: Grenzgänger, die in Genf arbeiten, unterliegen – mit wenigen Ausnahmen – der Besteuerung ihrer Einkommen in der Schweiz nach einem Quellensteuertarif. Der Tarif berücksichtigt die familiäre Situation sowie die Anzahl der Kinder.

Diese neuen Tarife tragen der familiären Situation bei der Berechnung des Steuersatzes stärker Rechnung und sind hier verfügbar: Bareme-IS-2026-A0BCH-r05

SOZIALE SICHERHEIT

13. AHV-Rente

Das schweizerische Recht sieht vor, dass ab 2026 allen Bezügern einer AHV-Altersrente eine 13. Rente ausbezahlt wird. Die erste Auszahlung erfolgt im kommenden Dezember und entspricht einem Zwölftel der jährlichen Rente. Die Auszahlung erfolgt automatisch, es sind keine besonderen Schritte erforderlich.

Achtung: Diese neue Maßnahme betrifft ausschließlich Bezüger einer Altersrente. Hinterlassenenrenten (Witwen-/Witwerrenten und Waisenrenten) sowie Invalidenrenten werden weiterhin zwölfmal pro Jahr ausbezahlt.

Neue Etappe bei der Angleichung des Rentenalters für Männer und Frauen

Vor der AHV-Reform, die am 1. Januar 2024 in Kraft trat, unterschied sich das gesetzliche Rentenalter je nach Geschlecht der Versicherten: 64 Jahre für Frauen und 65 Jahre für Männer. Diese Reform sieht eine schrittweise Harmonisierung des gesetzlichen Rentenalters (sogenanntes „Referenzalter“) vor, das für alle auf 65 Jahre festgelegt wird.

Die Erhöhung des Referenzalters für Frauen erfolgt in Etappen. Nach der Anhebung auf 64 Jahre und 3 Monate im Jahr 2025 für Frauen, die 1961 geboren wurden, steigt es 2026 auf 64 Jahre und 6 Monate für Frauen, die 1962 geboren wurden.

Erhöhung der Versicherungsprämien

Das Bundesamt für Gesundheit kündigt an, dass die Prämien der obligatorischen Krankenversicherung in der Schweiz im Jahr 2026 im Durchschnitt um rund 4,4 % steigen werden (ca. 393,30 CHF/Monat), aufgrund der gestiegenen Gesundheitskosten (höhere Nachfrage nach Leistungen, alternde Bevölkerung, teure Technologien usw.).

Erhöhung der Familienzulagen in den Kantonen Graubünden und Aargau

Im Kanton Graubünden werden die Kinder- und Ausbildungszulagen jeweils um 10 CHF pro Monat erhöht und betragen künftig 240 CHF bzw. 290 CHF.

Im Kanton Aargau werden die Kinder- und Ausbildungszulagen ebenfalls jeweils um 10 CHF pro Monat erhöht, wodurch die Beträge auf 225 CHF bzw. 278 CHF steigen.

Möglichkeit zum nachträglichen Kauf für die 3. Säule (3a)

Eine umfassende Reform der gebundenen Vorsorge tritt am 1. Januar 2026 in Kraft. Bisher ging ein versäumter Beitrag zur 3. Säule unwiderruflich verloren. Künftig können Versicherte rückwirkende Einzahlungen leisten, um Beitragslücken der letzten zehn Jahre zu schließen. Für an der Quelle besteuerte Grenzgänger bietet diese Maßnahme eine zusätzliche Möglichkeit zur Steueroptimierung, da diese Nachzahlungen unter bestimmten Bedingungen vom steuerbaren Einkommen abziehbar sind, wodurch die Steuerlast gesenkt und gleichzeitig die Altersvorsorge gestärkt wird.

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Eine Frage zur Grenzgängerarbeit. Unser Team von Juristen steht Ihnen gerne zur Verfügung, wenn Sie Informationen zum Arbeitsrecht, zur Sozialversicherung oder zur Besteuerung von Grenzgängern benötigen.

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